Vorzugsaktie über 50 DM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Frankfurt am Main, September 1987, # 04420
Abb. Firmensignet oben, Weltkarte unten.
Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich. In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
Unternehmensgeschichte
Gründung
Dr. Carl-Adolf Schleussner gründete 1946 zusammen mit seinem Sohn Dr. Hans Schleussner in den Kellerräumen des ausgebombten Wohnhauses seiner Familie die Biotest-Serum-Institut GmbH. Das Unternehmen konzentrierte sich anfangs auf die Forschung im Bereich Blutgruppenserologie. 1948 führte Biotest das weltweit erste Produkt zur Bestimmung des Rheseusfaktors ein. 1949 wurde Biseko, das erste blutgruppenunabhängige KonservePlasmaprotein-Produkt hergestellt. Andere aus humanem Blut gewonnene Präparate kamen hinzu.
Ausbau
1961 wurde der Grundstein zur neuen Produktionsanlage in Dreieich gelegt. Danach wurden schrittweise alle Aktivitäten von Frankfurt nach Dreieich verlegt. 1968 wurde die erste ausländischen Beteiligungsgesellschaft in Italien gegründet. 1986 wurde die GmbH in die Biotest AG umgewandelt, die den weiteren Ausbau der Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostik vorantrieb. Ein Jahr später erfolgte der Börsengang.
Produkte
1971 wurden die ersten Immunglobuline polyspezifischen Immunglobulin-Präparate produziert, 1979 der erste Luftkeimsammler als Startpunkt der Mikrobiologischen Diagnostik (Hygienemonitoring) entwickelt. 1982 und 1983 wurden die Hyperimmunglobulin-Präparate Hepatect®, Cytotect® und Varitect® ausgeboten. 1985 kam es zur Markteinführung des ersten intravenös verträglichen IgM-angereicherten Immunglobulins Pentaglobin®. 1993 produzierte man das erste doppelt-virusinaktivierte Faktor VIII-Präparat (Haemoctin®) für Hämophilie-Patienten.
Schwierigkeiten
Die Biotest AG unterhielt bis zum Ende des Jahres 2002 einige Tochterunternehmen und Beteiligungen, darunter die Unternehmen Diaclone (Antikörperforschung), Envitec in Wismar (Sauerstoffsensoren) und die 78 %-ige Tochter Biotest Medizintechnik in Alzenau (Blutdiagnoseprodukte und Zellseparatoren). Auf Grund finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 2001 und eines rapiden Aktienkursverfalls wurden diese jedoch im Zuge konzerninterner Restrukturierungsmaßnahmen im Jahre 2002 veräußert. Der Geschäftszweig der Blutplasmapherese wurde aufgegeben, obwohl noch kurz zuvor in den Aufbau von Blutspendestationen investiert wurde. Die Tochter Biotest Medizintechnik meldete daraufhin Insolvenz an und wurde im Jahre 2003 von der Konkurrenz HemoCue aus Schweden übernommen, welche zunächst Teile der Produktlinie unter Fortbestand des Namens weitervertrieb. Der Bereich der Blutschnelltests wurde von einigen Mitarbeitern unter dem Dach der Firma CellMed weiterbetrieben, den Vertrieb übernahm Fresenius Hemocare.
Nach Bekanntwerden der geplanten Veräußerungen fielen die Stammaktien der Biotest um die Jahreswende 2002⁄2003 auf das historische Tief von unter fünf Euro. Die Vorzugsaktien lagen bei 3,30 Euro.
Stabilisierung
Nach 2004 stabilisierte sich die Situation des Unternehmens wieder. Man nahm eine umfassend modernisierte Pharma-Produktionsanlage in Betrieb. Danach kam es zu weiteren Kapazitätserweiterungen im Unfang von über 80 Mio. €. 2005 wurde das Kapital um ca. 50 Mio. € erhöht. Am 27.12.2007 wurden Biotest-Vorzugsaktien erstmals im SDAX gelistet.