Dortmunder Actien-Brauerei

Aktie Dortmunder Actien-Brauerei

Aktie über 500 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, Blankette, ohne Kontrollunterschrift, nicht entwertet
Dortmund, Februar 1951, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet „DAB“ im Unterdruck.

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 37-40 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Dortmund, März 1960, # 00365

Abb. Firmensignet „DAB“ im Unterdruck.

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 34-40 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Dortmund, April 1968, # 08061

Abb. Firmensignet „DAB“ im Unterdruck.
Auflage: 15.200 St.

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 37-40 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Dortmund, Juli 1971, # 15546

Abb. Firmensignet „DAB“ im Unterdruck.
Auflage: 10.000 St.

Aktie über 500 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 36-40 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Dortmund, Juli 1971, # 44850

Abb. Firmensignet „DAB“ im Unterdruck.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

1868-1914

In Dortmund boomten Kohle und Stahl. Eine neue Zeit zog herauf. 1868 gründeten die Dortmunder Kaufleute Laurenz Fischer, Heinrich und Friedrich Mauritz zusammen mit dem Braumeister Heinrich Herberz als KG die „Dortmunder Bierbrauerei Herzberg & Co.“, eine moderne Dampfbrauerei. Die Geschäfte liefen gut. Das Betriebsgelände wurde laufend erweitert und eine Mälzerei gebaut. 1872 erfolgte die Umbenennung in „Dortmunder Actien-Brauerei vormals Herberz & Co.“
Als eine von vormals vielen Brauereien der Bierstadt Dortmund verfolgte die Brauerei ab 1879 eine Export-Strategie. Das DAB-Bier, ab 1881 vor allem als „Dortmunder Helles“ in untergäriger Brauweise hergestellt, wurde in alle Kontinente exportiert. Die 1881 von Prof. Carl Linde höchstpersönlich geleitete Aufstellung einer von ihm erfundenen Kältemaschine, schaffte mit ihrer ständig verfügbaren Kellerkühlung die Voraussetzung für den Siegeszug der untergärigen Brauweise. Bereits 1885 überstieg die Jahresproduktion die 100.000 hl.


Auf der Weltausstellung 1900 in Paris erhielt das helle Export-Lagerbier eine Auszeichnung
Auf der Weltausstellung 1900 in Paris erhielt das helle Export-Lagerbier, genannt „Dortmunder Typ“, eine Auszeichnung.

1914-1918

Der 1. Weltkrieg unterbrach nach Jahrzehnten stetigen Wachstums die weitere Aufwärtsentwicklung. Zahlreiche Mitarbeiter wurden zu den Waffen gerufen. Da nur wenig Braugerste zur Verfügung stand, litt auch die Bierqualität. Die Zivilbevölkerung erhielt nur Bier, wenn sie in kriegswichtigen Fabriken arbeitete. Der Bierausstoß brach ein.
1917 erhielt die DAB einen eigenen Gleisanschluss. Jetzt konnte man die brauereieigenen Waggons direkt ab Rampe beladen.

Holzfä&szligsser

1919-1933

Nach Jahren wirtschaftlicher Rezession und Einführung der neuen Rentenmark wurde Mitte der 20er Jahre ein trauriges Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte abgeschlossen. Für die neue Währung konnte man nun wieder ein gutes Bier kaufen. Der Absatz stieg bis 1930 auf ca. 770.000 hl. 1935 wurde die Dortmunder Tremonia Brauerei erworben.

1933-1945

In Deutschland, Europa und fast der ganzen Welt begann eine dunkle Zeit. Dortmund, das Zentrum der deutschen Montanindustrie wurde im 2. Weltkrieg durch vier Großangriffe mit über 22.000 t Bomben nahezu ausgelöscht. Auch die Dortmunder Actien-Brauerei wurde von den Bomben fast völlig zerstört.

1946-1970

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die zerstörten Produktionsanlagen bis 1949 neu aufgebaut. 1959 begann die DAB die bislang eingesetzten Holzfässer gegen die leichteren Alufässer auszutauschen. 1966⁄67 wurden neun Mio. DM in Kunststoffkästen und Euroflaschen investiert. 1968 hatte man bereits einen Jahresausstoß von 1,6 Mio. hl.

1970-1990

1971 übernahm die Dortmunder Actien-Brauerei die Aktienmehrheit des lokalen Konkurrenten Dortmunder Hansa und zog den Betrieb später an deren Standort, wo die größte Brauerei des Ruhrgebietes entstand. Der Kaufpreis galt gemeinhin als zu hoch, von den finanziellen Belastungen konnte die DAB sich lange Jahre nicht erholen. 1978 kam es zur stärkeren Ausrichtung auf den Export durch Direktbelieferung sowie zur Integration des Vertriebs von alkoholfreien Getränken. 1983 wurde durch Pacht die Osnabrücker Aktien-Brauerei übernommen. 1986 wurde die Produktion von alkoholfreien Getränken wieder eingestellt. 1989 wurde die Hansa-Brauerei vollständig eingegliedert.

Bier

1990-2000

1990 wurde eine neue Mehrweg-Flaschenabfüllanlage für 80.000 Flaschen pro Stunde errichtet.
Versäumnisse in der Markenführung führten in den 90er Jahren unter Führung des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Burgard zu einer völligen Erosion der Marken, so dass das Unternehmen zur Kapazitätsauslastung zunehmend Handelsmarken produzieren musste. 1996 erfolgte der Kauf der Marken- und Vertriebsrechte der Privatbrauerei Dortmunder Kronen, dies konnte den Abwärtstrend jedoch nicht stoppen.

Ab 2000

2001 stellte der Aufsichtsrat die Überschuldung fest. Burgard wurde entlassen, die Belegschaft reduziert, und die Binding-Brauerei sicherte zunächst durch Kredite den Betrieb.
Die Gesellschaft galt als größte Braustätte in Dortmund und als führende Pilsbrauerei in Deutschland. Größter Aktionär war die Oetker-Gruppe. Hauptaktionär der börsennotierten AG war mit über 75 % die Binding-Brauerei AG in Frankfurt (Oetker-Konzern). „DAB macht schlapp“, reimten Biertrinker, die andere Marken bevorzugten.
DAB war die letzte verbliebene Brauerei in Dortmund. 2002 wurden die Minderheitsaktionäre im Rahmen eines Squeeze-out durch die Radeberger-Gruppe, die wiederum zur Oetker-Gruppe gehörte, abgefunden.
Auf dem Gelände der DAB-Brauerei an der Steigerstraße, unweit des Borsigplatzes, wurde im April 2006 das Brauereimuseum Dortmund wiedereröffnet, welches zuvor im Wenkerkeller der Privatbrauerei Dortmunder Kronen untergebracht war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand auf diesem Gelände die nicht mehr existierende Brauerei Borussia, die als Namensgeber des gleichnamigen Dortmunder Fußballvereins fungierte und später von der Brauerei Hansa übernommen wurde.

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