Erste Kulmbacher Actienbrauerei Aktiengesellschaft

Aktie Erste Kulmbacher Actienbrauerei AG

Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 46-60 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Kulmbach, Mai 1990, # 001539

Abb. Vignette mit Firmensignet, Krone und Preismedaillen.
dito Blankette, ohne Kontrollunterschrift, kompletter Kuponbogen Nr. 41-60 (inkl. Erneuerungsschein), # ohne Nummer

Aktie über 1.000 DM (20x50), DIN A 4 quer, kompletter Kuponbogen Nr. 41-60 (inkl. Erneuerungsschein), Blankette, ohne Kontrollunterschrift, nicht entwertet
Kulmbach, Mai 1990, # ohne Nummer

Abb. Vignette mit Firmensignet, Krone und Preismedaillen.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

Anfänge

Der Name Kulmbach hat seit jeher einen guten Klang bei Bierkennern und das ist kein Wunder. Schon im Altertum haben sich die Bewohner in der Nähe von Kulmbach der Braukunst verschrieben, wie der Fund einer 3000 Jahre alten Bieramphore aus der Hallstattzeit belegt, die heute als ältestes Indiz für Bierbrauen in Deutschland gilt.

Braukunst in Kulmbach

Seit langem prägte Bier das Leben der Menschen in der Kulmbacher Region. Das Hausbrauen gehörte zu den ältesten Rechten der Bürger. Auch eine Klosterbrauerei gab es in der Stadt. Das Klosterbier scheint den Augustinermönchen wiederholt zum Verhängnis geworden zu sein. So musste 1420 der Burggraf den Papst um Entsendung des Augustinergenerals bitten, um den Ausschweifungen im Kloster entgegenzusteuern. 1468 war ein erneutes Eingreifen der geistlichen Obrigkeit nötig, weil im Kloster dem Bier offensichtlich über die Maßen zugesprochen wurde.


Logo der Brauerei

Gründung

Die Gesellschaft Erste Kulmbacher Actien-Exportbier-Brauerei, Dresden und Kulmbach übernahm bei ihrer Gründung am 02.11.1872 mit Sitz in Dresden die Exportbrauerei von Michael Taeffner in Kulmbach sowie die Eiskeller der Frau Müller in Dresden. Spezialität der Brauerei war die Herstellung schwerer dunkler Biere. 1924⁄25 produzierte man bereits 175.000 hl.
1930⁄31 erfolgte die Verlegung des Sitzes der Gesellschaft von Dresden nach Kulmbach. 1943 produzierte man 250.000 hl.

Aufschwung

1973 wurde die Aktienmehrheit der Hofer Bierbrauerei AG Deininger Kronenbräu erworben. 1980 kam es zum Erwerb der Bad Windsheimer Heil- und Mineralquellen GmbH, schließlich der Aktienmehrheit der Brauhaus Amberg AG (1984) und der Tucher Bräu AG Nürnberg (1986).


Flaschenetikett

Nach der Wende gelang es, die Traditionsbrauereien Sternquell und Braustolz in Sachsen sowie die Bad Brambacher Mineralquellen zu übernehmen. 1990 kam es zum Abschluss eines Unternehmensvertrages mit dem Mehrheitsaktionär Gebr. März AG, Rosenheim. 1990⁄91 wurde die Diamant Brauerei in Magdeburg übernommen, welche gleich wieder an die Bavaria-St. Pauli-Brauerei abgegeben wurde. Die Meisterbräu GmbH in Halle a.S. wurde im selben Jahr übernommen.

Insolvenz

1996 ging das Unternehmen in Konkurs, nachdem der Großaktionär März ebenfalls schwach geworden war. Den Geschäftsbetrieb der EKU übernahm 1997 der Lokalrivale Reichelbräu AG (Schörghuber-Gruppe) und firmierte dabei in Kulmbacher Brauereien AG um. Die ehemals eigenständigen Brauereien Reichelbräu, Sandlerbräu, Mönchshof und EKU wurden unter dem Dach der Kulmbacher Brauerei AG vereint.
Die Aktien wurden besonders selten, da nach der Insolvenz der AG nur wenige Kleinaktionäre sie nicht gegen den Insolvenzerlös eingetauscht hatten. Die Gebr. März Gruppe (Moksel) hielt allein 97 % der Aktien, die alle vernichtet wurden.
2002 wurde eine neue Bügelverschlussanlage in Betrieb genommen und eine neue Filteranlage in Kulmbach gebaut. Der Getränkeausstoß der Kulmbacher Gruppe war erstmals über drei Mio. hl.
2003 wurde die Privatbrauerei Scherdel in Hof übernommen und 2005 die Aktienmehrheit (90,7 %) der Würzburger Hofbräu AG.


Das Kulmbacher Bierfest
Das erste Bierfest überhaupt fand im Jahre 1939 vom 29.07.-06.08. statt. Als Motiv wurde im Vertrag, der damals eigens für diese Veranstaltung abgeschlossen wurde, folgendes angegeben: „Wir wollen werben für Kulmbach, die schöne Stadt mit ihrer herrlichen Burg, wir wollen aber auch werben für unsere erstklassigen Erzeugnisse, hier in erster Linie für unser Kulmbacher Bier und unsere Wurstwaren.“ Damals allerdings veranstalteten nicht wie später die Brauereien das Großereignis, vielmehr wurde es vom heimischen Verkehrsverband durchgeführt und die Brauereien waren lediglich Vertragspartner. Außer den Brauereidirektoren wurden als Gegenüber des Verkehrsverbandes auch noch die Festwirte, die Firma Sauermann, die Metzgerinnung sowie der Einzelhandel erwähnt. Der Gewinn wurde bei Vertragsabschluß nicht an die erste Stelle gestellt, denn im Vordergrund stand, die Werbung für die Stadt. Die Vertragspartner legten außerdem fest, dass die Finanzierung auf freiwilligen Beiträgen der Ausrichtenden ruhen sollte. Die Brauereien mussten demnach je zweitausend Reichsmark, die Festwirte je vierhundert Reichsmark als Budenpacht zahlen. Die Firma Sauermann und die Metzgerinnung Kulmbach entrichteten für einen Fleisch- und Wurstwarenstand jeweils fünfhundert Reichsmark, die Firma Karl Wunder nochmals vierhundert Reichsmark. Der Lieferpreis des extra eingebrauten Festbieres belief sich auf 45 RM pro Hektoliter, der Ausschankpreis auf 80 RM pro Hektoliter. Von diesen 80 RM mussten die Wirte jedoch noch 15 RM pro Hektoliter an den Verkehrsverein entrichten, wobei davon ausgegangen wurde, dass insgesamt 60 Hektoliter pro Wirt ausgeschenkt wurden. Der Kasse wurden also nochmals 3.600 RM zugeführt. Demnach standen für die Durchführung der ersten Kulmbacher Bierwoche 14.600 RM zur Verfügung, für welche die Beteiligten schon vor dem Fest zur Kasse gebeten wurden.
Als Festzelt diente bis zum Jahre 1973, also bis zum Umzug des Bierfestes auf den Zentralparkplatz, ein Teil des Maizeltes der Kulmbacher Spinnerei. Es fasste rund 2.000 Personen, welche bei der Premiere der Kulmbacher Bierwoche bereits achtzig Pfennige für die Maß Bier bezahlen mussten, obwohl der durchschnittliche Stundenlohn nur etwa sechzig Pfennig betrug.
Die musikalische Ausgestaltung des ersten Bierfestes wurde den Fränkischen Dorfmusikanten übertragen. Den eigentlichen musikalischen Höhepunkt bildeten aber die Darbietungen des Bayreuther Festspielchores unter der Leitung von Chordirektor Jung. Ebenso wie diese Attraktion wurden auch die Kulmbacher Büttner für ihren Reifentanz mit großem Beifall bedacht.
Die Verantwortlichen sprachen in einem Resümee zur ersten Bierwoche von einem hohen Umsatz und davon, dass die Entwicklung des Festes ihre Erwartungen weit übertroffen hätte. Gar nicht gerne wurden allerdings schon damals Tanzende auf Tischen und Bänken gesehen. Die Bayerische Rundschau beziehungsweise die Bayerische Ostmark, wie die BR damals hieß, schrieb, dass der Auftakt zum alljährlichen Kulmbacher Heimatfest nach diesem glänzenden Ergebnis gegeben sei. Es sollte jedoch bis zum Jahre 1950 dauern, ehe es wieder ein Bierfest gab, denn im 2. Weltkrieg konnten weder die finanziellen Mittel für ein solches Fest aufgebracht werden, noch stand einem der Sinn nach Feiern. Im Jahre 1952 mussten dann die Bürger und Besucher Kulmbachs erneut auf die Bierwoche verzichten, da eine Kinderlähmungsepedemie in Kulmbach um sich griff.
Zum Jubiläum 1999 gab es ein runderneuertes Bierfest: So wurden die Stände für Speisen auf die andere Seite des Stadels, also hinter die Bühne, verlegt und das Angebot ausgeweitet. Aber nicht nur das Angebot an Speisen wurde vergrößert, auch die Weizenbier-Liebhaber kamen auf ihre Kosten.
In diesem Sinne: Ein Prosit der Gemütlichkeit!

Dosenbier

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