ILMEBAHN-GESELLSCHAFT IM KREISE EINBECK

Aktie Ilmebahn-Gesellschaft

Aktie über 300 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, gestempelt „Bezugsrecht wurde ausgeübt …“, lochentwertet im Siegel
Einbeck, Dezember 1952, # 000881

Abb. Dampflok-Vignette rechts.

Vorzugsaktie Ilmebahn-Gesellschaft

Vorzugsaktie über 300 DM, DIN A 4 hoch, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Einbeck, Dezember 1952, # 000186

Abb. Dampflok-Vignette oben.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

Einbeck und die Eisenbahn

Mit dem Eisenbahnbau änderte sich in Einbeck und Umgebung einiges. Im Leinetal wurde am 31.07.1854 die Hannoversche Südbahn von Hannover nach Göttingen eröffnet. Schon vor deren Baubeginn hatte der Einbecker Magistrat versucht, an diese Strecke angebunden zu werden. Dies blieb aber erfolglos wie einige Zeit später, als nur sechs km nördlich von Einbeck die Strecke Kreiensen-Holzminden gebaut wurde. Nun versuchte man die Regierung von der Notwendigkeit einer Stichbahn Salzderhelden-Einbeck zu überzeugen. Dies dauerte jedoch, erst 1879 konnte sie in Betrieb genommen werden.
In Richtung Osten hatten die Einbecker einen Eisenbahnanschluss, nun wollte man auch den Westen erschließen.

Gründung und Aufbau

Das Unternehmen wurde am 04.09.1882 gegründet als Ilmebahn-Aktiengesellschaft mit unbeschränkter Konzessionserteilung mit Sitz in Einbeck, später in Dassel. Gründer waren der Kreis Einbeck, die Stadt Dassel und die Gemeinde Marktoldendorf. Sofort wurde mit dem Bahnbau begonnen. Der Eisenbahnbetriebe wurde 1883 aufgenommen. Es handelte sich um eine einspurige Bahn von Einbeck Mitte nach Dassel (13,3 km). Die Betriebsführung lag bis 1924 bei der Braunschweigische Eisenbahn, dann in eigener Regie, später bei der Preußischen Staatsbahn (Eisenbahndirektion Hannover) und der Deutschen Reichsbahn (Eisenbahndirektion Cassel). 1901 wurde die Höxteriche Kleinbahn gekauft.

„Drittes Reich“

1933 besaß das Unternehmen zwei Lokomotiven, fünf Personenwagen und 16 Güterwagen. 30 Personen beförderten 126.000 Personen und 41.000 t Güter.
1935 wurde ein Straßen-Güternahverkehr mit Lastkraftwagen eingerichtet, 1936-38 die Bahnanlagen und der Gleisoberbaues vollständig erneuert. Zu neuen Verkehrskunden gehörten die Mannesmann-Werke, die 1939 begannen, Erze auf dem Steinberg in Markoldendorf abzubauen. Ebenso sorgten die Papierfabriken in Dassel, die Kettenfabrik Arnold & Stolzenberg in Juliusmühle, der Fahrradhersteller Heidemann und der Klöckner Rohstoffhandel in Einbeck für ein reges Frachtaufkommen. 1945 kam es zur Unterbrechung des Gesamtbetriebes durch die Kriegsereignisse.

Lokomotive der Ilmebahn

Nachkriegszeit

Große Verkehrsleistungen waren nach dem Krieg in Folge des Zustroms der Flüchtlinge aus dem Osten notwendig. 1949 wurde ein Omnibus-Linienverkehr mit Gelegenheitsverkehr für die Personenbeförderung eingerichtet. 1954 wurde der Zugförderungsdienst auf der DB-Strecke Einbeck - Salzderhelden übernommen, 1955 wurde die Lokomotivhalle in Einbeck erneuert.
In den Jahren 1955-1962 wurden die Dampflokomotiven durch neue Diesellokomotiven abgelöst und die Bahnübergänge mit starkem Straßenverkehr signaltechnisch gesichert. Außerdem wurde der Stadtbuslinienverkehr in Einbeck eingerichtet.

Omnibusbeförderung

1965 wurde ein umfangreicher Schulbusverkehrs für die neu geschaffenen Mittelpunktschulen im Landkreis und der Stadt Einbeck aufgebaut. 1971 kam es zum Neubau des Betriebswerkes in Einbeck mit Betriebshof und Omnibushalle, 1972-73 begann die erste Erneuerung des gesamten Omnibusparks. 1974 wurde ein Ringbusverkehr in der durch 31 eingemeindeten Landgemeinden erheblich vergrößerten Stadt aufgebaut, 1975 wurde der Personenverkehr stillgelegt und die Schienenpersonenbeförderung auf die Straße verlagert. Es kam zur Schaffung eines zeitgemäßen öffentlichen Personennahverkehrs mit modernen Standard-Überlandlinien-Omnibussen. 1979 wurde der Omnibus-Betriebshof mit Omnibushalle in Dassel am Solling neu gebaut. 1982 trat man der Verkehrsunternehmergemeinschaft und Kreisverkehrsgemeinschaft Northeim bei und beendigte die Zugförder- und Rangierleistungen durch Ilmebahnloks auf der Bundesbahnstrecke Einbeck Mitte-Einbeck (Salzderhelden). 1988 begann das Unternehmen die kontinuierliche Erneuerung des Omnibusbestandes und den Umzug der Verwaltung vom Langen Wall in den Bahnhof Einbeck Mitte.

Weitere Entwicklung

1990 wurde ein Reisebüro im Bahnhof Einbeck Mitte eingerichtet. Es wurden die Produktbereiche Bahn, Bus und Reisebüro geführt. 1993 beteiligte man sich an der Initiative Einbeck 2000 Stadtmarketing GmbH durch Übernahme von Gesellschaftsanteilen. 1994 wurde die Ilmebahn AG in eine GmbH mit Aufsichtsrat umgewandelt. 1995 wurden zwei Stangendieselloks verkauft und eine gebrauchte Diesellok der DB AG gekauft. Die Güterabfertigung Einbeck Mitte wurde eingestellt und der Tarifpunkt Dassel für Stück- und Expressgut aufgelöst. 1996 kam es zu Ausweitungen der Auftragsleistungen für die DB AG auf die Bereiche Seesen und Uslar sowie zur Gründung einer Ausbildungsstätte für die Ausbildung von Omnibusfahrern mit der Fahrschule Mönkemeier aus Wenzen. 1997 wurde die Ilmebahn-Lokomotive auf Funkfernsteuerbetrieb in der eigenen Werkstatt umgebaut.
1999 trat die Ilmebahn GmbH der neu gegründeten Verkehrsverbund Südniedersachsen VSN bei.
So erbrachte die Ilmebahn GmbH für die DB AG Rangierleistungen auf verschiedenen Bahnhöfen im Umkreis. Weiterhin betrieb die Ilmebahn GmbH den Stadt- und Schulbusverkehr sowie verschiedene Regionalbuslinien im Gebiet des ehemaligen Landkreises Einbeck sowie teilweise darüber hinaus. Während die eingleisige Stammstrecke nach Dassel teilweise außer Betrieb und demontiert wurde, kaufte die Ilmebahn die vormals gepachtete Strecke von Einbeck-Salzderhelden nach Einbeck-Mitte von der Deutschen Bahn 2005.


Bus der Ilmebahn
Die Ilmebahn Einbeck bekam Ende 1997 einen Mercedes-Benz der ehemaligen Stadtwerke Göttingen AG ausgeliehen,
der im Februar 1997 auch von der Ilmebahn gekauft wurde.

Fenster schließen

Zur Startseite

Diese Seite drucken