JOHN DEERE-LANZ AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie der John Deere-Lanz AG

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 2-10 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Mannheim, Dezember 1963, # 101996

Abb. Firmensignet springender Hirsch.
Auflage: 25.000 St.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 2-10 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Mannheim, Dezember 1963, # 001033

Abb. Firmensignet springender Hirsch.
Auflage: 2.500 St.

JOHN DEERE-LANZ VERWALTUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie der John Deere-Lanz Verwaltungs-AG

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, kompletter Kuponbogen Nr. 1-10 (inkl. Erneuerungsschein), Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, lochentwertet
Mannheim, September 1981, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet springender Hirsch.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, kompletter Kuponbogen Nr. 1-10 (inkl. Erneuerungsschein), Muster, aufgedruckt „wertlos“ rückseitig, lochentwertet
Mannheim, September 1981, # ohne Nummer

Abb. Firmensignet springender Hirsch.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte


Werk

Voraussetzungen

Mitte des 19. Jahrhunderts schlug das wirtschaftliche Herz des Großherzogtums Baden in Mannheim. Mannheim war der Endpunkt der großen Rheinschifffahrt. Ab 1834 wurde der Hafen zum großen Rheinhafen ausgebaut. Zur gleichen Zeit wurde der Neckar bis Heilbronn schiffbar gemacht. Mannheim entwickelte sich zum wichtigsten Umschlagsplatz in Süddeutschland und zum zweitgrößten Hafen im Zollverein.
Hinter diesem Erfolg standen wagemutige Unternehmer wie die Mannheimer Familien Engelhorn, Bopp und Reuter. Aber auch auswärtige Unternehmer erkannten rasch die wachsende Bedeutung Mannheims und siedelten sich dort an. Der Vater von Heinrich Lanz war einer der ersten, der die günstige Lage Mannheims erkannte und bereits 1842 eine Filiale seiner Firma in Mannheim eröffnete.

Heinrich Lanz

Spedition und Handel

Heinrich Lanz entstammte einer alten Unternehmerfamilie aus Buchborn am Bodensee, dem späteren Friedrichshafen. Sein Großvater, Johann Peter Lanz der Ältere (1770-1856) handelte mit Getreide aus Oberschwaben, das er vor allem in die Schweiz ausführte. Zustatten kam ihm, dass 1824 das erste Dampfboot auf dem Bodensee, die „Wilhelm“, in Dienst gestellt wurde. Damit war es möglich, große Getreidemengen auf dem Seeweg zu transportieren und das Geschäft gewinnbringend zu betreiben. Sein zweiter Sohn mit gleichem Namen, Johann Peter Lanz der Jüngere (1805-1891) trat in das väterliche Geschäft ein und erweiterte das Unternehmen zu einer Spedition, die fast fahrplanmäßig große Gütermengen mit achtspännigen Pferdefuhrwerken von Oberitalien bis nach Leipzig und Hamburg und umgekehrt transportierte. Daneben importierte er Geräte aus England zur Mechanisierung der Landwirtschaft, die er vor allem an die Landwirte in Oberschwaben absetzte. Mit dem Bau der „Schwäbischen Eisenbahn“ von Ulm nach Friedrichshafen (1847) war dem herkömmlichen Geschäft die Grundlage entzogen. Johann Peter Lanz der Jüngere sah diese Entwicklung rechtzeitig voraus, verlegte sich verstärkt auf den Landmaschinenhandel und eröffnete 1842 eine Niederlassung in Mannheim.

Reparatur und Fertigung

Der dritte Sohn Heinrich (1838-1905) erhielt wie seine Brüder eine kaufmännische Ausbildung, trat 1859 in die väterliche Firma ein und übernahm die Leitung der Filiale in Mannheim. Er forcierte das Geschäft mit der Landwirtschaft und eröffnete 1860 in einem Gartenhaus mit zwei Mann, die in England bei den Herstellern geschult wurden, eine Reparaturwerkstatt für die von ihm vertriebenen Geräte. 1864 folgte eine ebensolche Werkstatt in Augsburg. Obwohl Heinrich Lanz eine kaufmännische Ausbildung erhalten hatte, muss er großes technisches Verständnis besessen haben. Er beobachtete die Geräte im Einsatz, suchte systematisch nach Schwachstellen und leitete die Ergebnisse an seine englischen Lieferanten weiter.
Die logische Folge war, dass er bereits nach kurzer Zeit begann, selbst zu fertigen. Sein erstes eigenständiges Produkt war eine Futterschneidemaschine, von der bereits 1867, im ersten Jahr, 2.000 Stück verkauft werden konnten. Mit Beginn des Jahres 1870 löste Heinrich Lanz sein Geschäft aus dem seines Vaters heraus und machte sich selbständig. Zu diesem Zeitpunkt war seine Firma „Heinrich Lanz & Co.“ bereits die zweitgrößte Maschinenfabrik Mannheims.

Erweiterungen

Die zunehmende Eigenfertigung zwang zu ständiger Erweiterung der Kapazitäten. So musste bereits drei Jahre später eine Eisengießerei angegliedert werden. 1875 veröffentlichte Lanz seinen einhundertsten Versandkatalog. Ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens war das Jahr 1879. Lanz nahm die Fertigung von Dampflokomobilen auf. Zusammen mit Dreschmaschinen konnte er als erstes Unternehmen eine umfassende Erntestrecke anbieten, die 1891 durch die Einführung der Selbstbinderstrohpresse komplettiert wurde. Um 1900 war Lanz die größte deutsche Landmaschinenfabrik mit drei Geschäftsfeldern: Dreschmaschinen, Lokomobile und Kleingeräte. 1900 war Lanz auf der Weltausstellung in Paris mit den größten auf der Welt gebauten Lokomobilen vertreten. 1902 knüpfte Heinrich Lanz während einer Reise durch die USA erste Kontakte mit dem Landmaschinen- und Traktorenhersteller John Deere.

Neue Betriebsfelder

Auf dem Höhepunkt seines Schaffens verstarb Heinrich Lanz 1905 mit 66 Jahren. Sein einziger Sohn, Dr. Karl Lanz folgte dem Vater in der Geschäftsleitung.
Bis zum 1. Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen, das immer noch als OHG geführt wurde, kontinuierlich weiter. Ein „artfremdes“ Engagement war die Beteiligung am Luftschiffbau. Lanz gründete 1911 zusammen mit dem Schiffbauingenieur Schütte die Schütte-Lanz AG, die bis zum Verbot 1918 insgesamt 22 Luftschiffe baute, die alle von der Heeresverwaltung übernommen wurden.


Werk
Ansichtskarte mit Luftschiff der Schütte-Lanz AG

1921 starb Dr. Karl Lanz. 1923 wurde nach nur einem Jahr Entwicklungszeit der erste 12 PS Acker-Bulldog mit Vierradantrieb und Knicklenkung unter der Bezeichnung HP angeboten, bereits zwei Jahre später lieferte Lanz den 5.000sten Bulldog aus.
Nach der Stabilisierung der deutschen Währung 1924 zeigte sich, dass Lanz während der Inflation von der Substanz gelebt hatte. Dies und die Kreditierung der Kunden, die regelmäßig erst nach der Ernte zahlungsfähig waren, führte zu einer Liquiditätskrise. Es drohte der Konkurs. Die Deutsche Bank stellte eine Lösung in Aussicht, vorausgesetzt, das Unternehmen würde u.a. zu einer AG.
So wurde Lanz mit Wirkung vom 01.01.1925 in eine AG mit einem Grundkapital von 12 Mio. RM umgewandelt. Nach mehrjährigen Streitigkeiten als Folge der Umwandlung schied 1931 die Familie Lanz endgültig aus dem Unternehmen aus und das Unternehmen wurde Teil des Röchling-Konzerns.
1924-27 kam es zu einer Interessengemeinschaft mit Buckau-Wolf in Magdeburg. Lanz übernahm für beide Firmen den Dreschmaschinen- und Schlepperbau, Buckau-Wolf die Fertigung von Lokomobilen und stationären Motoren.
Noch einmal kam das Unternehmen als Folge der Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten. 1932 wurden diese durch eine Kapitalherabsetzung um 5,3 Mio. RM beseitigt.

Krieg, Wiederaufbau und Übernahme

Im Dritten Reich war das Unternehmen von Anfang an in die Aufrüstung eingebunden. 1942 lief der 100.000ste Bulldog vom Fließband. Nach dem Krieg, der dem Standort Mannhein starke Zerstörungen brachte, begann ein mühevoller Wiederaufbau. Immerhin verließ 1953 der 150.000ste Lanz-Bulldog das Werk. Die alte Bedeutung konnte Lanz jedoch nicht mehr erreichen, vor allem, weil die traditionellen Absatzgebiete im Osten verloren waren. Die logische Folge war die Anlehnung an einen „Global Player“. 1956 verkaufte die Deutsche Bank ihre Aktienmehrheit an das US-Unternehmen John Deere & Company, das den Standort Mannheim zu seinem europäischen Sitz ausbaute. 1967 wurde der Firmenname „John Deere-Lanz AG“ in „John Deere Werke Mannheim, Zweigniederlassung der Deere & Company“ umbenannt. Die John Deere-Lanz Verwaltungs-AG beschränkte sich von da an auf die Vermietung und Verpachtung des Mannheimer Werkes an John Deere & Co.