KARSTADT AKTIENGESELLSCHAFT

Aktie Karstadt AG

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, lochentwertet im Siegel
Hamburg, Juni 1965, # 103655

Abb. Wappen von Wismar und Dülmen, wo 1881 bzw. 1885 die ersten Geschäfte eröffnet wurden.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, ohne Kupons, stempelentwertet rückseitig
Hamburg, Juni 1966, # 208028

Abb. Wappen von Wismar und Dülmen, wo 1881 bzw. 1885 die ersten Geschäfte eröffnet wurden.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

Rudolph Karstaft

Anfänge bis zur Fusion mit Quelle

Alles begann im mecklenburgischen Wismar. Rudolph Karstadt (1856–1944) gründete am 14.05.1881 sein erstes „Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft Karstadt“. Es bestand lediglich aus einer Wagenladung Ware und dem mutigen Unternehmergeist seines Gründers. Karstadt setzte von Anfang an auf günstige Festpreise anstelle des sonst noch üblichen Handelns und Schacherns. Mit den sichergestellten kontinuierlichen Einnahmen setzte der geschäftstüchtige Hanseate gegenüber seinen Lieferanten günstige Einkaufskonditionen durch.
Das zweite Karstadt-Haus wurde 1884 in Lübeck eröffnet. Kunden der ersten Stunde waren Thomas und sein Bruder Heinrich Mann. Nach stürmischer Expansion, inzwischen gab es 35 Karstadt-Häuser in Norddeutschland, wurde das Unternehmen 1920 von einer Kommanditgesellschaft in die Rudolph Karstadt AG mit Sitz in Hamburg umgewandelt. Es wurden 40.000 Aktien im Wert von je 1.000 RM ausgegeben. Die Gründer der Gesellschaft übernahmen damals selbst alle Aktien.
Im gleichen Jahr 1920 wurde das Warenhausunternehmen Theodor Althoff in Münster übernommen. Das starke Bestreben nach Eigenfertigung zeigte sich in der Übernahme der Baumwollspinnerei und Weberei S.A. Weil & Sohn und der Buntweberei Gebr. Braunschweig (beide Bocholt), der Gardinenfabrik Främkel & Hering in Auerbach und der Papiergroßhandlung Walter Klestadt in Essen. Ferner wurden 1925 die Engelhardt Blaudruckerei und Leinenfärberei in Kassel übernommen. Weitere Beteiligungen bestanden an Pelzwaren-, Parfümerie-, Seifen-, Koffer-, Schuh-, Hut- und Blechwarenfabriken.


Karstadt-Warenhaus in Berlin 1929, Hermannplatz
Karstadt-Warenhaus in Berlin 1929, Hermannplatz

1932 schied Rudolph Karstadt aus der Unternehmensspitze aus, nachdem das Unternehmen während der Weltwirtschaftskrise eine schwere Krise durchgestanden hatte. Eine umfassende Reorganisierung des Unternehmens mit Hilfe eines Bankenkonsortiums konnte den betrieblichen Tiefpunkt überwinden.
1937 übernahm der Karstadt-Konzern mehrere Grundstücke des jüdischen Kaufhausgründers Wertheim, die von den Nationalsozialisten enteignet worden waren.
Der 2. Weltkrieg bescherte der Karstadt AG eine niederschmetternde Bilanz. 22 Filialen in der sowjetischen Besatzungszone wurden enteignet. Über 30 der verbleibenden 45 Häuser auf westlicher Seite waren dem Krieg zum Opfer gefallen.
Es folgte ein beschwerlicher Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren. Doch bereits 1956 zählte die Karstadt AG wieder 49 gut gehende Filialen. 1963 wurde die Rudolph Karstadt AG in Karstadt AG umbenannt. Sämtliche Häuser, mit Ausnahme des Münchener „Oberpollinger“, firmierten fortan einheitlich unter dem Namen Karstadt.
1969 wurde der Sitz nach Essen verlegt.
In den 70er Jahren erschloss sich Karstadt neue, zukunftsorientierte Geschäftsfelder. Der Einstieg in die Reisebranche (NUR GmbH), die Erschließung des Versandhandels durch die Mehrheitsbeteiligung an der Neckermann AG im Jahre 1977 und die Eröffnung von Einrichtungs- und Sporthäusern prägten die Neuausrichtung des Essener Unternehmens.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands nahm Karstadt das stationäre Geschäft im Osten des Landes wieder auf. Man war nun in den ehemaligen „Centrum“- und „Magnet“- Warenhäusern vertreten. Karstadt konnte an ihren Gründungsort in Wismar zurückkehren.
1994 erwarb Karstadt das gesamte Stammkapital der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH. Ein Jahr später übernahm man 51 % der Euro-Lloyd Reisebüro GmbH.

Geschichte der Karstadt Warenhäuser nach der Fusion mit Quelle

1999 wurde aus der Verschmelzung der Karstadt AG mit der Schickedanz Handelswerte GmbH & Co. KG in Europa ein neuer Handels- und Dienstleistungsriese, die KarstadtQuelle AG.
Die Karstadt Warenhaus AG übernahm 2000 den Betrieb der Warenhäuser der Marken Karstadt, Hertie, Wertheim, KaDeWe und Alsterhaus.
Im Oktober 2004 wurde bekannt, dass sich die Karstadt Warenhaus AG wie auch der gesamte KarstadtQuelle-Konzern in dramatischen finanziellen Schwierigkeiten befindet. Karstadt kämpfte mit den Problemen des gesamten Einzelhandels, aber auch mit hausgemachten Problemen. So hielt man entgegen dem Markttrend an einem Gemischtwarenprogramm fest. Kritiker bemängelten, die Einrichtung sei zu altmodisch, das Programm nicht kundengerecht.
Auf Grund der anhaltenden Krise wurden im August 2005 74 Karstadt-Filialen mit Verkaufsflächen unter 8000 qm, 51 SinnLeffers-Modehäuser sowie die Fachhandelskette Runners Point verkauft.


Karstadt in Konstanz, 2006
Karstadt in Konstanz, 2006

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