Öchsle-Bahn Aktiengesellschaft

Aktie der Öchsle-Bahn AG

Aktie über 100 DM, DIN A 3 hoch, kompletter Kuponbogen 1996-2015 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Biberach, 23. November 1995, # 0485

Abb. Eisenbahn mit Dampflokomotive (Design Team Rooger, Biberach).

Aktie der Öchsle-Bahn AG

Aktie über 100 DM, DIN A 3 hoch, kompletter Kuponbogen 1996-2015 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Biberach, 23. November 1995, # 1485

Abb. Eisenbahn mit Dampflokomotive (Design Uhlmann Graphic Designers, Warthausen).

Aktie der Öchsle-Bahn AG

Aktie über 100 DM, DIN A 3 hoch, kompletter Kuponbogen 1996-2015 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Biberach, 23. November 1995, # 2485

Abb. Dampflokomotive (Design H. Memel Biberach).

Aktie der Öchsle-Bahn AG

Aktie über 100 DM, DIN A 3 hoch, kompletter Kuponbogen 1996-2015 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Biberach, 23. November 1995, # 3485

Abb. Dampflokomotive, auch im Unterdruck (Design Morlok, Mittelbiberach).

Aktie der Öchsle-Bahn AG

Aktie über 100 DM, DIN A 3 hoch, kompletter Kuponbogen 1996-2015 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Biberach, 23. November 1995, # 4485

Abb. Dampflokomotive u.a. (Design Jürgen Elsner).

Aktie der Öchsle-Bahn AG

Aktie über 100 DM, DIN A 3 hoch, kompletter Kuponbogen 1996-2015 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Biberach, 23. November 1995, # 5485

Abb. Eisenbahn mit Dampflokomotive (Design Morlok, Mittelbiberach).

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

Anfänge

Die Königlich Württembergische Staats-Eisenbahn befasste sich bereits 1879 mit dem Projekt einer durchgehenden Eisenbahn von Biberach über Ochsenhausen nach Memmingen. Nachdem sich diese Pläne u.a. durch den Bau der Verbindung Aulendorf-Memmingen endgültig zerschlagen hatten, konstituierte sich 1889 ein örtliches Eisenbahn-Komitee, das den Stuttgarter Techniker Professor Sapper mit Rentabilitätsrechnungen und Bauvorbereitungen betraute. Auf dieser Grundlage wurde 1893 an den Landtag eine erste Petition für den Bau einer normalspurigen Nebenbahn von Biberach nach Ochsenhausen gerichtet. Das Vorhaben wurde nur als Schmalspurbahn in das Gesetz vom 07.06.1897 aufgenommen. Wegen Verzögerungen beim Bau des Abschnitts Biberach–Warthausen wurde am 29.11.1899 zunächst die Teilstrecke Warthausen–Ochsenhausen eröffnet, der Abschnitt nach Biberach folgte am 19.11.1900.


Drehscheibe am Bahnhof Biberach an der Riß
Drehscheibe am Bahnhof Biberach an der Riß um 1904 (vor der Post)

Die Erstausstattung der Bahn bestand aus zwei neuen Lokomotiven, acht zweiachsigen Personenwagen und zwei Gepäckwagen. Neben einigen offenen und geschlossenen Güterwagen gab es noch Spezialwagen für den Transport von Langholz. Normalspurwagen konnten mittels Rollschemeln von Anfang übergeben werden. Aufgeschemelte Wagen wurden nur zwischen Warthausen und Ochsenhausen befördert. Anfangs verkehrten täglich in jeder Richtung zwei Personenzüge, ergänzt um ein gemischtes Zugpaar zur Abwicklung des Güterverkehrs.
Die Strecke führte von Ochsenhausen über Reinstetten, Wennedach, Maselheim, Sulmingen, Äpfingen, Barabein und Herrlishöfen nach Warthausen, durch eine schöne, meist nur wenig berührte Landschaft. Insgesamt wurden drei Flüsschen überquert, die Riss, Dürnach und Rottum. Bei Wennedach gab es eine 1,8 km lange gewaltige Steigung.

Betrieb

1920 ging das „Öchsle“, so wird die Bahn liebevoll seit ehedem genannt, an die Deutsche Reichsbahn über. Um die Überlastung des Bahnhofs Ochsenhausen zu lindern, gingen im gleichen Jahr der Güterbahnhof Ochsenhausen mit normal- und schmalspurigen Ladegleisen und zwei Rollschemelgruben in Betrieb. 1924 wurde der Haltepunkt Goppertshofen geschlossen. Die Reichsbahn ersetzte und verstärkte in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts den kompletten Oberbau.
Im Laufe der Jahre wurde der Güterverkehr mit Rollschemeln abgewickelt, so dass die schmalspurigen Güterwagen zunehmend entbehrlich wurden. 1940 wurde ein Großteil des Bestandes abgegeben. Die verbliebenen geschlossenen Güterwagen waren vorwiegend im Stückgutverkehr eingesetzt, die offenen standen für dienstliche Zwecke zur Verfügung.


Bahn bei Herrlishöfen
Die Bahn bei Herrlishöfen

Am Morgen des 06.01.1944 stieß ein Hauptbahnzug nach Überfahren eines halt zeigenden Signals auf der niveaugleichen Kreuzung im Bahnhof Warthausen mit einem Schmalspurzug des Öchsle zusammen. Die Lokomotive des Zuges bohrte sich in die hölzernen Wagen des GmP 303 Ochsenhausen–Biberach. Bei diesem Unglück gab es zwölf Tote und eine große Anzahl von Verletzten.
In den letzten Kriegstagen wurde der Bahnhof Ochsenhausen durch Bomben beschädigt, ansonsten überstand die Bahn den 2. Weltkrieg ohne größere Schäden.
So tat die Bahn ein halbes Jahrhundert treu ihren Dienst, beförderte Generationen von Männern zur Arbeit und Kinder zur Schule, transportierte Holz und Futtermittel. Doch nach 1950 wurde der Betrieb stiller.
1954 begann die Deutsche Bundesbahn den Betrieb durch Ausdünnen des Fahrplans und Einsatz von Bussen zu rationalisieren. 1959 wurden die Haltepunkte Herrlishöfen und Barabein aufgehoben. Nach weiteren Personaleinsparungen wie durch Umwandlung der Bahnhöfe Äpfingen, Maselheim und Reinstetten in unbesetzte Haltepunkte erfolgte am 31.05.1964 die Einstellung des Personenverkehrs auf der Gesamtstrecke, nachdem er durch den zunehmenden Individualverkehr und die Kraftpostlinie Memmingen–Ochsenhausen–Biberach bedeutungslos geworden war. Damit verlor der Abschnitt Biberach–Warthausen seinen Gesamtverkehr und wurde kurze Zeit später abgebaut, wodurch auch die Kreuzung mit der Südbahn wegfiel.
In den 1980er Jahren verschlechterte sich der Zustand der Bahnanlagen zusehends. Die Bundesbahn erwog eine Umspurung auf Normalspur, leitete aber 1981 ein Stilllegungsverfahren ein. Am 31.03.1983 wurde der Gesamtverkehr eingestellt.

Rettung

Doch hatte die Bahn zu viele Freunde, denen das Herz höher schlug, wenn sie das Pfeifen der Lokomotive und das Rattern der Räder hörten. Damit die historische Bahn nicht untergeht, gründete 1995 der Landkreis gemeinsam mit den Anliegergemeinden der Bahn sowie mit der Kreissparkasse Biberach eine AG, die die 19 km lange Strecke Warthausen-Ochsenhausen in Erbpacht übernahm. Die öffentlichen Eigner hielten 75 % + eine Aktie, daneben gab es mehr als 1.350 freie Aktionäre. So verkehrte zwischen Mai und Oktober an Wochenenden auf der Spur von 750 mm das Öchsle. Eine gute Stunde brauchte sie für die 19 km.
Die Dörfer an der Bahnstrecke sind nett, die Endstationen interessant. Da ist Ochsenhausen mit seinem mächtigen Kloster. Warthausen hat, hoch über dem Dorf, ein Schloss aus dem 17. Jahrhundert. Im alten, hübsch renovierten Öchsle-Bahnhofsgebäude befindet sich ein „Knopf & Knopf Museum“ mit unabsehbar vielen Knöpfen von der Broncezeit bis heute.
Der „Öchsle-Schmalspurbahn-Verein“ sorgt dafür, dass alles stets fahrbereit ist. Er restauriert auch den historischen Wagenpark.


Knopfmuseum im Bahnhof
Das Knopfmuseum im Bahnhof

DM-Aktien

Die Aktiengesellschaft wurde zur Erhaltung einer der letzten Schmalspurdampfeisenbahnlinien in Deutschland gegründet.
Die Inhaberaktien verbriefen den Anteil über jeweils 100,00 DM an der Öchsle-Bahn AG. Bei der alljährlichen Hauptversammlung, zu der jeder Aktionär natürlich geladen wird, gelten die Kupons als Freifahrtscheine.
Wie man den Bildern entnehmen kann wurden die Aktien bei Gründung der Gesellschaft über eine Ausschreibung zwischen diversen Künstlern ausgelobt.

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