RHEINISCHE AKTIENGESELLSCHAFT FÜR BRAUNKOHLENBERGBAU UND BRIKETTFABRIKATION
7 ½ % Inhaber-Teilschuldverschreibung, Serie 37, über 100 DM, DIN A 4 hoch, ohne Zinsscheine, Mai⁄November, perforiert „Muster“, ohne Kontrollunterschrift, 4 S., Abheftlochung links
Köln, April 1954, # ohne Nummer
Abb. Firmensignets mehrfach.
Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich. In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
Unternehmensgeschichte
Der deutsche Braunkohlenbergbau
Die Kohle stand an der Spitze der deutschen Bodenschätze und Deutschland verdankte ihr seinen wirtschaftlichen Aufstieg. Deutschland verfügte über einige der bedeutendsten Braunkohlenvorkommen der Welt.
Lange Zeit konnte man in Deutschland jedoch nicht von Braunkohlebergbau sprechen. Durch primitive Abbaumethoden und mangelnde Verkehrswege besaß die Braunkohle zunächst nur für die nächste Umgebung als Hausbrand eine Bedeutung. Der Umschwung trat erst in den 1870er Jahren durch die Erfindung des Brikettierverfahrens ein.
Gründung
Am 23.05.1898 wurde das Vorgängerunternehmen als „Gewerkschaft Fortuna“ im nördlichen Bereich des rheinischen Braunkohlenreviers gegründet. Am 22.11.1902 kam es zur Änderung in „Fortuna AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation“, 1908 dann zur Änderung in „Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation“ als Zusammenschluss mit Braunkohlenunternehmen des Südreviers, der Gewerkschaft Brühl-Kölner Braunkohlenbergwerk Donatus und der Gruhl´schen Braunkohlen- und Brikettwerk GmbH. Im gleichen Jahr erfolgte im Südrevier die Fusion zwischen der Roddergrube und der Grube Brühl zur Braunkohlen- und Brikettwerke Roddergrube AG.
Entwicklung
Nach einer Phase der Konsolidierung begann die Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation im Jahr 1910 mit dem Bau des ersten Braunkohlen-Großkraftwerks in Fortuna der Einstieg in die Energiewirtschaft. Als Tochtergesellschaft des Unternehmens wurde im gleichen Jahr das Rheinische Elektrizitätswerk im Braunkohlenrevier AG gegründet.
Die beiden folgenden Jahrzehnte waren vor allem durch Bestrebungen der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks AG (RWE) gekennzeichnet, im rheinischen Braunkohlenrevier Fuß zu fassen, um neben der Steinkohle auch die Braunkohle als Rohstoffbasis der Stromerzeugung nutzbar zu machen. Sukzessive wurden die Aktien der großen Braunkohleunternehmen, u.a. auch der Rheinischen AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, übernommen. 1933 verfügte die RWE schließlich über die absolute Mehrheit am Grundkapital des Unternehmens.
„Drittes Reich“ und Krieg
Der infolge der Autarkiebestrebungen des „Dritten Reiches“ in den 30er Jahren gestiegene Bedarf an Braunkohle und die sich abzeichnende Erschöpfung der Kohlenvorräte mehrerer Gruben führten zu Bestrebungen, auch die tieferen Kohlevorkommen zu erschließen. Zur Realisierung dieses Vorhabens gründeten mehrere Unternehmen des Braunkohlenbergbaus am 29.03.1939 die Rheinische Braunkohlentiefbaugesellschaft mbH. 1942 erreichte die Kriegsproduktion Höchstzahlen. Die Betriebe begannen jedoch unter den durch Fliegerangriffe verursachten Schäden zu leiden.
Tagebau
Nachkriegszeit und weitere Entwicklung
Die Notwendigkeit, den Abbau in größeren Teufen voranzutreiben, bestand auch nach Kriegsende fort, wobei jedoch Versuche, die Braunkohle im Untertagebau zu gewinnen, 1954 endgültig eingestellt wurden. Zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit des Braunkohlenbergbaus musste die Fördermenge erhöht werden, was angesichts der geologischen Verhältnisse des Reviers nur durch große geschlossene Tagebaue unter verstärktem Technikeinsatz möglich schien. Den großen Neuaufschlüssen wie Fortuna und Frimmersdorf gingen umfangreiche Planungen voraus, mit denen einer Vielzahl von Herausforderungen, den erheblichen Eingriffen in die Umwelt und vor allem den notwendigen Umsiedelungen, Rechnung zu tragen war. Vor diesem Hintergrund waren weitere Betriebskonzentrationen unumgänglich.
Am 28.12.1959 fusionierten daher die Rheinische Aktiengesellschaft für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, die Braunkohlen- und Brikettwerke Roddergrube AG Brühl, die Braunkohlen-Industrie AG und die Braunkohlenbergwerke Neurath AG unter der neuen Firmen-Bezeichnung Rheinische Braunkohlenwerke Aktiengesellschaft (RBW). Diese Verschmelzung war signifikantes Vorzeichen für den unübersehbaren Umbruch.
Inzwischen hatten sich die Verbrauchergewohnheiten weiter geändert. Eine zweite Phase der Stilllegung von Brikettfabriken begann nach 1960, als der Markt schrumpfte und preisgünstiges leichtes Heizöl und mit zeitlicher Verzögerung, Erdgas auf den westeuropäischen Energiemarkt drängten. Später kam die Nutzung von Atom-Strom noch hinzu. Von den ehemals produzierenden 35 Brikettfabriken im rheinischen Revier waren nach 1970 nur noch sieben in Betrieb.