Stadt-Sparkasse Solingen

Schuldverschreibung der Stadt-Sparkasse Solingen

5 ½ % Inhaber-Schuldverschreibung, Emission 87⁄11, über 1.000 DM, DIN A 4 hoch, ohne Zinsscheine, 1. Juni, 2 S., lochentwertet im Siegel
Solingen, Dezember 1987, # 00014

Abb. verschiedene Wappen und Ansichten der Stadt Solingen (Schmuckanleihe).

8 ½ % Inhaber-Schuldverschreibung, Emission 91⁄1, über 1.000 DM, DIN A 4 hoch, ohne Zinsscheine, 1. Februar, 2 S., lochentwertet im Siegel
Solingen, Januar 1991, # 00167

Abb. verschiedene Wappen und Ansichten der Stadt Solingen (Schmuckanleihe).
Auflage: 200 St.

8 ½ % Inhaber-Schuldverschreibung, Emission 91⁄1, über 5.000 DM, DIN A 4 hoch, ohne Zinsscheine, 1. Februar, 2 S., lochentwertet im Siegel
Solingen, Januar 1991, # 00057

Abb. verschiedene Wappen und Ansichten der Stadt Solingen (Schmuckanleihe).
Auflage: 600 St.

8 ½ % Inhaber-Schuldverschreibung, Emission 91⁄1, über 10.000 DM, DIN A 4 hoch, ohne Zinsscheine, 1. Februar, 2 S., lochentwertet im Siegel
Solingen, Januar 1991, # 00083

Abb. verschiedene Wappen und Ansichten der Stadt Solingen (Schmuckanleihe).
Auflage: 680 St.

6 % Inhaber-Schuldverschreibung, Emission 93⁄7, über 1.000 DM, DIN A 4 hoch, ohne Zinsscheine, 3. Juni, perforiert „Muster“, aufgedruckt „ungültig“ rückseitig, ohne Kontrollunterschrift, 2 S., ansonsten nicht entwertet
Solingen, Juni 1993, # 00000

Abb. verschiedene Wappen und Ansichten der Stadt Solingen (Schmuckanleihe).

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

Anfänge

1836 begann die preußische Regierung die Gründung von Sparkassen zu fördern. Man war in Sorge, dass es in der so genannten Unterschicht wegen der sozialen Verhältnisse zu revolutionärem Sprengstoff kommen könnte. Doch der Rat der Stadt Solingen war zunächst gegen die Gründung einer Sparkasse. Erst 1838 erklärte sich der Solinger Stadtrat bereit, der Übernahme der Garantie für eine Sparkasse durch die Stadt zuzustimmen.
So wurden um 1840 im Landkreis Solingen (und Umgebung) Sparkassen gegründet. Auch die Wurzeln der Stadt-Sparkasse Solingen gehen auf das Gründungsjahr 1840 zurück, in dem die Sparkasse ihre Geschäfte aufnahm. Die Betonung lag wirklich auf „sparen“, für Notfälle. Rund 60 % eines durchschnittlichen Arbeitereinkommens musste für Nahrungsmittel aufgewendet werden. Da es noch kein Krankengeld gab, waren Krankheit oder Tod des Ernährers oft gleichbedeutend mit Hunger und nicht selten Verlust der Wohnung.
1849 besaß jeder 165. Bewohner der Gemeinden des oberen Kreises Solingen ein Sparbuch, 1865 bereits jeder 73. der ca. 50.000 Einwohnner des oberen Kreises Solingen.

Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg

1874 überschritten die Einlagen der Solinger Sparkasse die Millionengrenze. 1886 wurde eine Alterssparkasse gegründet, die 1903 jedoch wieder aufgelöst wurde. Bald wurde auch das Schulsparen eingeführt. 1909 wurde das erste eigene Sparkassengebäude in der Schulstraße, später Graf-Engelbert-Straße, eingeweiht. 1910 bestanden in der Rheinprovinz bereits 260 Sparkassen.
Zu den kniffligsten Aufgaben der Sparkassenverwaltung gehörte die Unterbringung ihrer Gelder. Sie mussten sicher angelegt werden, jedoch im Bedarfsfall flüssig zu machen sein und sollten gleichzeitig gute Zinserträge bringen. Zur wichtigsten Anlageform wurden so die Hypotheken mit denen vor allem der Bau von Häusern gefördert wurde. Das Problem war allerdings, dass es sich hier in der Regel um langfristig angelegte Gelder handelte. Deshalb legte man in Solingen auch einen großen Teil der Gelder bei öffentlichen Institutionen an.
Die Sparkasse war schon längst kein „Groschengrab“ mehr. Die Verwaltung dachte mittlerweile in Millionenbeträgen. Dies wurde noch verstärkt, als man nach 1908 den Giro- und Scheckverkehr einführen durfte.

Auch am Wandel der Zinspolitik lässt sich der Funktionswandel der Sparkasse Solingen von der Gründungszeit bis zum 1. Weltkrig gut zeigen. In der Anfangsphase wiederholten die Aufsichtsbehörden unaufhörlich ihre Ermahnungen, doch die Zinssätze für Spareinlagen zu erhöhen, um den Sparwillen der Bevölkerung anzuheizen. Die Sparkasse Solingen kam dieser Aufforderung nicht immer ganz bereitwillig nach, da ihre Überschüsse eine wichtige Rolle für den Stadthaushalt spielten. Dieses Bild änderte sich jedoch als die Zahl der Sparkassen zunahm. Aus Werbungsgründen betrachtete die Sparkasse die Höhe der Zinsen und es kam zum Konkurrenzkampf. Waren vorher hohe Zinsen der Ausweis für eine gute Sparkassenpolitik, so machte sich später eine Sparkasse mit überdurchschnittlich hohen Zinsen des unlauteren Wettbewerbs schuldig.

Anzeige der Stadt-Sparkasse Solingen
Anzeige der Stadt-Sparkasse Solingen

Zwischen Krieg und Krise

Was die in der Inflationszeit immer schnelleren Kontobewegungen für die Alltagsarbeit der Sparkasse vor allem im Jahr 1923 bedeuteten, ist im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung kaum noch zu erahnen. Da war das Zählen riesiger Geldmengen, die kurze Zeit später wieder so an Wert verloren hatten, dass sie als Altpapier vernichtet werden mussten, wobei der Erlös beim Verkauf des Altpapiers den Nennwert dieses eingestampften Geldes um ein Vielfaches überstieg. Da waren die Rechenoperationen mit gewaltigen Zahlen, die Abrechnung der verschiedenen Notgeldsorten usw. Zugleich erwirtschaftete die Sparkasse gewaltige Verluste, weil die Schuldner die Außenstände mit entwerteter Papiermark zurückzahlten.
Am 01.08.1929 verabschiedete der preußische Landtag ein Gesetz über die kommunale Neugliederung, das die kreisfreie Stadt Solingen und die Städte Ohligs, Wald, Gräfrath und Höhscheid zusammenlegte. Die verschiedenen Sparkassen wurden zur Stadt-Sparkasse Solingen vereinigt. 1931⁄32 überstiegen bei der Sparkasse Solingen die Abhebungen die Neuanlagen, da viele Menschen sich nur noch mit ihrem Ersparten über die Notzeit der Wirtschaftskrise retten konnten.

Kriegs- und Nachkriegszeit

In beiden Weltkriegen stieg der Finanzbedarf des Staates für Rüstungszwecke ins Unermessliche. Auch die Rolle und der Wert des Geldes wurde dadurch im Alltagsleben der Bevölkerung beeinflusst.
Die Solinger Sparkasse unterhielt 1938 sechs Hauptzweigstellen. Von 100 Solinger Bürgern besaßen 65 ein Sparkassenbuch. 1941 überschritten die Gesamteinlagen der Sparkasse die 100-Millionen-Grenze. Im Oktober des gleichen Jahres führten die Nationalsozialisten das „Eiserne Sparen“ ein. Lohn- und Gehaltsempfänger konnten von ihrem Arbeitgeber bis zu 26 Mark monatlich auf ein Sperrkonto einzahlen lassen. Dort sollte es nach dem Krieg verfügbar sein. Dadurch erhielt der Staat Zusatzeinnahmen von 80 Mio Mark pro Monat.
Nach dem Kriegsende war die Sparkasse Solingen geprägt von der chaotischen Situation des gesellschaftlichen und politischen Umfeldes. Wegen der Zerstörung ihres Hauptgebäudes konnte der Geschäftsbetrieb nur unter großen Mühen aufrecht erhalten werden.
Die Entwicklung zu einem allgemeinen Kredit- und Finanzinstitut begann für die Sparkassen eigentlich erst weit nach dem 2. Weltkrieg. Es entwickelte sich ein Institut, das sich durch eine enge, verantwortungsvolle Verbundenheit zur Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern auszeichnete. Das Leistungsangebot wurde ständig den Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst. So bot die Sparkasse später die gesamte Palette eines modernen Universalkreditinstitutes, vom traditionellen Kontensparen bis hin zur Beratung im Kredit-, Wertpapier- und Auslandsgeschäft. Denoch galt die Solinger Stadtsparkasse schon immer „im Volk“ als „Normalleute-Bank“ und dieser Mythos wurde vom Marketing auch gerne gepflegt.


Gebäude der Stadtsparkasse Solingen am Graf-Wilhelm-Platz
Mit für damalige Zeit beeindruckendem modernem Flair zeigt sich Ende der 60er Jahre das Gebäude der Stadtsparkasse Solingen am Graf-Wilhelm-Platz.

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