Aktie über 50 DM, DIN A 4 quer, kompletter Kuponbogen Nr. 1-20 (inkl. Erneuerungsschein) auf Rückseite gedruckt, aufgedruckt „Muster“, ohne Kontrollunterschrift, ansonsten nicht entwertet
Hamburg, Juni 1991, # 000000
Abb. Firmensignet.
Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich. In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.
Unternehmensgeschichte
Die Gründungszeit
Die Volksfürsorge entstand als Selbsthilfeeinrichtung der Arbeiterbewegung. Es waren Selbsthilfeunternehmen, die durch Einkauf großer Mengen und Verteilung der Waren in ehrenamtlicher Funktion den Zwischenhandel ausschalteten um die Not der Arbeiter zu lindern. Konsumvereine entwickelten sich neben der SPD und den Gewerkschaften zur dritten Säule der Arbeiterbewegung und waren seit 1903 in einem zentralen Verband organisiert.
Seit 1904 bestand in der Verlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine eine eigene Versicherungsabteilung. 1913 gründeten die deutschen Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften ein eigenes Lebensversicherungsunternehmen, es entstand die Volksfürsorge Lebensversicherung. Der Name Volksfürsorge wurde innerhalb der sozialdemokratisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft zum Begriff.
Die 20er Jahre
Am 27.05.1927 gründeten die Verlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine u.a. eine Feuer- und Sachversicherung, die ein Jahr später ihr Geschäft aufnahm. Das neue Unternehmen stützte sich vor allem auf die Vertriebsstrukturen der Volksfürsorge Lebensversicherung.
Nationalsozialismus und Gleichschaltung
Am 02.05.1933 wurde die Hauptverwaltung der Volksfürsorge in Hamburg von der SA besetzt und die „Gleichschaltung“ eingeleitet. Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden gewaltsam zum Rücktritt gezwungen und durch NSdAP-Mitglieder aus anderen Versicherungsgesellschaften ersetzt. Das gewerkschaftseigene Aktienkapital wurde auf die Deutsche Arbeitsfront (DAF) übertragen.
Im September 1933 wurde die Eigenhilfe in Volksfürsorge Allgemeine Versicherungs-AG umbenannt. Der Reichsbund der deutschen Verbrauchergenossenschaften musste die Aktien der Eigenhilfe⁄Volksfürsorge Allgemeinen verkaufen, weil für die unter dem NS-Regime in Finanznot geratenen Konsumvereine liquide Mittel gebraucht wurden. Die Aktien wurden schließlich von der Deutschen Arbeitsfront-Holding erworben.
Die DAF-Versicherungsgruppe bestand aus sehr unterschiedlichen Gesellschaften. Neben der Eigenhilfe⁄Volksfürsorge Allgemeinen waren die Deutsche Feuerversicherungs AG und der Deutsche Ring Allgemeine Versicherungs AG in den Besitz der DAF geraten.
Ab dem 01.01.1937 wurden die drei DAF-Sachversicherungsgesellschaften zur Deutschen Sachversicherung AG zusammengeschlossen.
Am 20.03.1945 wurde die Hauptverwaltung der Deutschen Sachversicherung durch einen Bombenangriff schwer beschädigt und 1,5 Mio. Versicherungsakten verbrannten.
Jahre des Wirtschaftswunders
Im Jahre 1949 wurde die Eigenhilfe als Nachfolgeorganisation der liquidierten Deutschen Sachversicherung anerkannt. Das Unternehmen startete mit einem Bestand von 804.000 Versicherungen. Die Volksfürsorge Lebensversicherunge führte die Werbung und das Inkasso für die Eigenhilfe weiter. Der Außendienst des Deutschen Rings blieb bis 1961 für die Eigenhilfe tätig. 1957 wurde die Eigenhilfe in Deutsche Sachversicherung Eigenhilfe AG umbenannt.
Zu Beginn der 60er Jahre hatten sich die Reallöhne gegenüber dem Beginn der 50er Jahre verdoppelt und der steigende Lebensstandard der Arbeiter führten zu einer rasanten Geschäftsentwicklung in den Jahren des „Wirtschaftswunders“. Die Bedeutung der KFZ-Versicherung stieg zunehmend.
Die Volksfürsorge-Gruppe
In den 60er Jahren entstand die Volksfürsorge-Gruppe, da die sich abzeichnende volkswirtschaftliche Entwicklung den Zusammenschluss der einzelnen Gesellschaften gebot. Das Unternehmen wurde daher 1968 in „Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung AG“ umbenannt. Der neue Slogan „Keine Sorge - Volksfürsorge“ entstand. 1977 wurde die Volksfürsorge Bausparkasse gegründet. Damit zählten zur Volksfürsorge-Gruppe nun fünf Unternehmen.
Krise und Aufbruch
Die Volksfürsorge-Gruppe geriet in den 80er Jahren in die Krise der gewerkschaftlichen Gemeinwirtschaft. Die durch Missmanagement im Wohnungsbaukonzern Neue Heimat entstandenen Verluste konnten nur durch einen Verkauf u.a. der Volksfürsorge ausgeglichen werden. Daher übernahm 1989 die Aachener und Münchener Beteiligungs-AG zusammen mit der italienischen Gruppe Fondaria die Mehrheit der Aktien. Damit begann für die Volkswirtschaft die Ära als privatwirtschaftliche Versicherungsgesellschaft. Ebenfalls 1989 wurde das Unternehmen umgebaut und umbenannt in Volksfürsorge Holding AG. Diese Neuordnung trug dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Neuere Zeit
1998 übernahm die italienische Versicherungsgruppe Generali mit Hauptsitz in Triest die Mehrheit der AMB. Damit war die Volksfürsorgem nunmehr auch mit dem international tätigen Generali-Konzern verbunden. Nach der deutschen Vereinigung 1990 nahm die Volksfürsorge sehr schnell den Vertrieb in der ehemaligen DDR auf. Auch bei der Öffnung des europäischen Binnenmarktes seit 1994 war die Volksfürsorge sehr aktiv. Zahlreiche Innovationen sorgten für eine gute Akzeptanz.