Küppers-Kölsch
Köln war für Küppers kein unbekanntes Terrain und so beschlossen die Brauer aus dem Bergischen Anfang der 60er Jahre auch an dem Kölsch-Boom zu partizipieren. Die Geschichte der Marke Küppers-Kölsch begann 1965 nach einigen Anlaufschwierigkeiten. Das Küppers Kölsch stammte ursprünglich aus dem Hause der damals führenden Marke Wicküler. Im Jahre 1913 hatte Wicküler-Küppers ein 4.000 qm großes Grundstück in Köln-Bayenthal an der Alteburgerstraße erworben. Hier in der Nähe des Güterbahnhofs Bonntor und des nahen Rheinauhafens gab es einen verkehrsgünstigen Stützpunkt für den Versand von Wicküler-Küppers Hauptprodukt, dem Flaschenbier.
Flaschenbier, der Hauptumsatzträger, war auch der Schlüssel zum Eintritt von Wicküler in den Kölschmarkt. Er erfolgte im Jahre 1962. Zuerst braute man Kölsch in einer Kölner Lohnbrauerei. Als 1964 bei Wicküler in Wuppertal gebrautes Küppers-Kölsch in der Domstadt auf den Markt brachte, gab es prompt Ärger mit den Kölschbrauern. Doch die Wuppertaler drehten den Spieß um und gingen in die Offensive. Man hatte ja das schöne Grundstück an der Alteburger Straße und errichtete hier in kürzester Zeit eine moderne leistungsfähige Brauerei. Ab 1965 kam Küppers-Kölsch aus Köln und setzte sich sofort auf dem Markt durch.
Als erster füllte man dem Konsumenten sein Kölsch, das er aus seiner Kneipe kannte und liebte, auch in der Flasche ab, die man nach Feierabend zu Hause vor dem Fernsehgerät trinken konnte. Der Erfolg war durchschlagend, Küppers wurde auf Anhieb Marktführer und legte ständig zu. Im Jahre 1974 braute man in der Kölner Südstadt 1 Mio. hl und Küppers-Kölsch war die größte Wicküler-Tochter geworden. Das machte sich dann auch bald auf dem Kölschmarkt in Zahlen bemerkbar. Der Trend wechselte zum Kölsch. War das Verhältnis unter- zu obergärigen Bieren in Köln 1960 noch 65 % zu 35 %, so vollzog sich bis 1970 die Wachablösung, das Kölsch eroberte sich satte 75 %.
Doch auch bei diesem Prozentsatz war noch nicht Schluss, der Siegeszug war nicht zu stoppen, und seit 1980 hatte das obergärige Kölsch-Bier einen konstanten Marktanteil von etwa 90 % in seinem Verbreitungsgebiet Köln und Umgebung. Die Kölsch-Braustätte des Unternehmens wurde zur größten Brauerei der Stadt.
Die eigentliche Quelle des Erfolgs floss in Köln. Gerade in dem schwieriger gewordenen Brauereijahr 1966⁄67 hatte es sich gezeigt, dass der Wicküler-Vorstand mit dem Entschluss, in Köln eine eigene Braustätte zu bauen, die ihm die Möglichkeit gab, eine eigene obergärige Kölsch-Marke zu führen, richtig gehandelt hat. Der Absatz von Küppers-Kölsch wuchs so kräftig, dass die Kölner Kapazität nun von 250.000 auf 500.000 hl im Jahr erhöht wurde. So ist der „Newcomer“ Wicküler-Küpper in wenigen Jahren zur größten Kölner Brauerei geworden. |