WICKÜLER-KÜPPER-BRAUEREI KOMMANDITGESELLSCHAFT AUF AKTIEN

Aktie Wicküler-Küpper-Brauerei

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 13-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Wuppertal, Juli 1971, # 221018

Abb. Firmensignet links.
Auflage: 21.365 St.

Aktie über 1.000 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 13-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Wuppertal, Juli 1971, # 009903

Abb. Firmensignet links.
Auflage: 10.000 St.

Aktie über 100 DM, DIN A 4 quer, Kuponreste Nr. 13-20 (inkl. Erneuerungsschein), nicht entwertet
Wuppertal, Juli 1973, # 221369

Abb. Firmensignet links.

Die Wertpapiere stammen aus meiner Sammlung und sind unverkäuflich.
In dieser Auflistung fehlende Papiere besitze ich noch nicht, gerne erwarte ich Ihre Angebote.

Unternehmensgeschichte

Ansicht Brauerei um 1850
Ansicht der Wicküler-Brauerei in Elberfeld um 1850

Die Gründung erfolgte 1843 durch Franz Josef Wicküler und hatte ihren Ursprung als kleine Hausbrauerei in Wuppertal-Elberfeld. Ab 08.03.1887 firmierte das Unternehmen am Wuppertaler Bendahl als „Wicküler Brauerei AG“, nachdem Franz-Joseph Wicküler die einzige Tochter des Brauers Johann Christoph Küpper heiratete. Am 15.01.1896 kam es zur Umbenennung in „Wicküler-Küpper Brauerei AG“. Braustätten standen in Elberfeld und Barmen (Kapazität 600.000 hl jährlich). 1928 wurde mit ca. 74 % die Aktienmehrheit der Niederrheinische Brauerei AG in Duisburg (früher Brauerei Bodden AG) erworben. Niederlagen bzw. Wohnhäuser bestanden 1943 in Duisburg, Köln, Düsseldorf, Lennep, Oberdahl-Cronenberg, Eschweiler, Remscheid, Bonn, Düren und Dortmund.
1952 wurde das gesamte Aktienkapital der Gesenberg-Brauerei AG, Wuppertal erworben. 1961 kam es durch Zukäufe zum Erwerb einer Schachtelbeteiligung von 25 % an der Löwenbräu München. Ab 1962 wurde das obergärige Spezialbier Küppers Kölsch vertrieben. 1966 kam es zum Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der Waldschloß-Brauerei Fr. W. Hollmann, Wuppertal-Barmen und 1973 zum Erwerb fast des gesamten Aktienkapitals der Göttinger Brauhaus AG (vormals Städtische Brauerei zu Göttingen AG).


Etikett

Nach den genannten Aufkäufen und Erweiterungen entstand 1964 der legendäre Slogan „Männer wie wir-Wicküler Bier“ und die drei Musketiere avancierten zu den bekanntesten Werbefiguren Deutschlands. Doch die Bierkrise Anfang der 90er machte auch den raufenden und saufenden Recken zu schaffen. Die Produktion wurde erst an den Zweitstandort Köln, schließlich 1996 nach Dortmund verlagert. Dort fristeten die einst stolzen Wuppertaler Helden ein eher gesichtsloses Dasein als Ritter der wohlfeilen Gestalt im Dienste der Radeberger Gruppe.
1982 wurde das Unternehmen auf Betreiben des Großaktionärs Wilhelm Werhahn KG in Neuss, in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. 1994 wurde die Gesellschaft durch Brau und Brunnen übernommen.


Rechnung

Küppers-Kölsch
Köln war für Küppers kein unbekanntes Terrain und so beschlossen die Brauer aus dem Bergischen Anfang der 60er Jahre auch an dem Kölsch-Boom zu partizipieren. Die Geschichte der Marke Küppers-Kölsch begann 1965 nach einigen Anlaufschwierigkeiten. Das Küppers Kölsch stammte ursprünglich aus dem Hause der damals führenden Marke Wicküler. Im Jahre 1913 hatte Wicküler-Küppers ein 4.000 qm großes Grundstück in Köln-Bayenthal an der Alteburgerstraße erworben. Hier in der Nähe des Güterbahnhofs Bonntor und des nahen Rheinauhafens gab es einen verkehrsgünstigen Stützpunkt für den Versand von Wicküler-Küppers Hauptprodukt, dem Flaschenbier.
Flaschenbier, der Hauptumsatzträger, war auch der Schlüssel zum Eintritt von Wicküler in den Kölschmarkt. Er erfolgte im Jahre 1962. Zuerst braute man Kölsch in einer Kölner Lohnbrauerei. Als 1964 bei Wicküler in Wuppertal gebrautes Küppers-Kölsch in der Domstadt auf den Markt brachte, gab es prompt Ärger mit den Kölschbrauern. Doch die Wuppertaler drehten den Spieß um und gingen in die Offensive. Man hatte ja das schöne Grundstück an der Alteburger Straße und errichtete hier in kürzester Zeit eine moderne leistungsfähige Brauerei. Ab 1965 kam Küppers-Kölsch aus Köln und setzte sich sofort auf dem Markt durch.
Als erster füllte man dem Konsumenten sein Kölsch, das er aus seiner Kneipe kannte und liebte, auch in der Flasche ab, die man nach Feierabend zu Hause vor dem Fernsehgerät trinken konnte. Der Erfolg war durchschlagend, Küppers wurde auf Anhieb Marktführer und legte ständig zu. Im Jahre 1974 braute man in der Kölner Südstadt 1 Mio. hl und Küppers-Kölsch war die größte Wicküler-Tochter geworden. Das machte sich dann auch bald auf dem Kölschmarkt in Zahlen bemerkbar. Der Trend wechselte zum Kölsch. War das Verhältnis unter- zu obergärigen Bieren in Köln 1960 noch 65 % zu 35 %, so vollzog sich bis 1970 die Wachablösung, das Kölsch eroberte sich satte 75 %.
Doch auch bei diesem Prozentsatz war noch nicht Schluss, der Siegeszug war nicht zu stoppen, und seit 1980 hatte das obergärige Kölsch-Bier einen konstanten Marktanteil von etwa 90 % in seinem Verbreitungsgebiet Köln und Umgebung. Die Kölsch-Braustätte des Unternehmens wurde zur größten Brauerei der Stadt.
Die eigentliche Quelle des Erfolgs floss in Köln. Gerade in dem schwieriger gewordenen Brauereijahr 1966⁄67 hatte es sich gezeigt, dass der Wicküler-Vorstand mit dem Entschluss, in Köln eine eigene Braustätte zu bauen, die ihm die Möglichkeit gab, eine eigene obergärige Kölsch-Marke zu führen, richtig gehandelt hat. Der Absatz von Küppers-Kölsch wuchs so kräftig, dass die Kölner Kapazität nun von 250.000 auf 500.000 hl im Jahr erhöht wurde. So ist der „Newcomer“ Wicküler-Küpper in wenigen Jahren zur größten Kölner Brauerei geworden.

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